Was ist Dihydroberberin?

Dihydroberberin ist eine abgeleitete Form von Berberin, einem natürlichen Pflanzenstoff, der unter anderem in Berberitze und Kanadischer Gelbwurz vorkommt. Das Interesse an dieser Form wächst vor allem wegen eines wichtigen Unterschieds: Dihydroberberin wird vom Körper leichter aufgenommen als gewöhnliches Berberin.¹

Berberin selbst bekommt viel Aufmerksamkeit in der Forschung zu Blutzucker, Stoffwechsel, Körpergewicht und metabolischer Gesundheit. Dihydroberberin knüpft daran an, geht aber eine wichtige Einschränkung von Berberin an: die relativ geringe Bioverfügbarkeit.

Dihydroberberin-Kapsel auf einer Hand. Headerbild des Artikels, in dem wir die Unterschiede zwischen Berberin und Dihydroberberin erklären.

Von Berberin zu Dihydroberberin

Wenn du Berberin einnimmst, wird ein Teil davon von Bakterien im Darm in Dihydroberberin umgewandelt. Diese Form passiert die Darmwand leichter und wird danach größtenteils wieder in Berberin zurückverwandelt.²

Dihydroberberin überspringt diesen ersten Umwandlungsschritt. So kann der Körper aus einer geringeren Menge mehr Berberin verfügbar machen. In der Tierforschung wurde für Dihydroberberin eine etwa fünfmal höhere Aufnahme gemessen als für Berberin.²

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Was macht Dihydroberberin interessant?

Dihydroberberin wird vor allem innerhalb derselben Stoffwechselthemen betrachtet wie Berberin:

  • Glukose- und Blutzuckerregulation
  • Energie- und Fettstoffwechsel
  • Gewichtsmanagement
  • Insulinsensitivität
  • hormonelle Balance
  • der Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Stoffwechsel

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Ein wichtiger Prozess ist dabei AMPK. Dieses Enzym wirkt wie eine Art Energiesensor der Zellen und ist an der Verarbeitung und Speicherung von Glukose und Fetten beteiligt. Berberin wird wegen seines Einflusses auf diesen Signalweg viel untersucht.

Dihydroberberin versus Berberin

Der wichtigste Unterschied liegt weniger in den Bereichen, in denen beide Stoffe untersucht werden, als darin, wie der Körper sie verarbeitet.

DihydroberberinBerberin
Wird leichter aufgenommenWird relativ schlecht aufgenommen
Wird in niedrigeren Dosierungen untersuchtWird meist in höheren Dosierungen verwendet
Überspringt einen Umwandlungsschritt im DarmWird im Darm teilweise umgewandelt
Führt bei niedrigeren Dosierungen zu höheren Berberin-KonzentrationenHöhere Dosierungen nötig für vergleichbare Blutkonzentrationen

Gewöhnliches Berberin wird außerdem häufiger mit Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung in Verbindung gebracht. Die geringere Menge, die bei Dihydroberberin verwendet wird, ist deshalb auch praktisch interessant.

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Was zeigt die Forschung zur Aufnahme?

In einer randomisierten Crossover-Studie wurden 100 und 200 mg Dihydroberberin mit 500 mg gewöhnlichem Berberin verglichen. Beide Mengen Dihydroberberin führten zu deutlich höheren Berberin-Konzentrationen im Blut.¹

Die Studie war klein und vor allem darauf ausgelegt, die Aufnahme zu vergleichen. Während des kurzen Studienzeitraums wurden keine klaren Unterschiede in der Glukose- und Insulinantwort gemessen. Das wichtigste Ergebnis war damit die deutlich verbesserte Bioverfügbarkeit.

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Eine Pilotstudie am Menschen aus dem Jahr 2024 fand nach Dihydroberberin ebenfalls höhere Blutkonzentrationen von Berberin und verschiedenen Metaboliten.³

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Dosierung und worauf du achten solltest

Für Dihydroberberin gibt es keine feste tägliche Referenzzufuhr. In Humanstudien wurden unter anderem Mengen von 100 und 200 mg verwendet. Wegen der besseren Aufnahme lassen sich diese Dosierungen nicht eins zu eins mit gewöhnlichem Berberin vergleichen.

Supplements enthalten meist 100 bis 200 mg Dihydroberberin pro Kapsel, ein- oder zweimal täglich eingenommen, oft zu einer Mahlzeit. Das entspricht den Mengen aus den oben beschriebenen Studien. Eine etablierte Dosierung speziell für das Gewichtsmanagement gibt es nicht: Die Forschung zum Körpergewicht hat bisher vor allem gewöhnliches Berberin betrachtet, und ob diese Ergebnisse in gleicher Weise für Dihydroberberin gelten, ist noch nicht bekannt.

Nimmst du Medikamente, die zum Beispiel den Blutzucker beeinflussen, bist du schwanger oder stillst du? Dann besprich die Einnahme von Supplements vorher mit deinem Arzt oder Apotheker.

Dihydroberberin in Kürze

Dihydroberberin ist eng mit Berberin verwandt, unterscheidet sich aber vor allem durch die effizientere Aufnahme. Dadurch können geringere Mengen zu höheren Berberin-Konzentrationen im Blut führen.

Das macht diese Form interessant für die breitere Forschung rund um Blutzucker, Stoffwechsel, Energieregulation und Gewichtsmanagement.

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Literaturverzeichnis

  1. Moon JM, et al. Absorption Kinetics of Berberine and Dihydroberberine and Their Impact on Glycemia: A Randomized, Controlled, Crossover Pilot Trial. Nutrients, 2022. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35010998
  2. Feng R, et al. Transforming berberine into its intestine-absorbable form by the gut microbiota. Scientific Reports, 2015. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26174047
  3. Köhler C, et al. Differences in Metabolite Profiles of Dihydroberberine and Micellar Berberine in Caco-2 Cells and Humans – A Pilot Study. 2024. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38891813
  4. Review: Approaching strategy to increase the oral bioavailability of berberine: physicochemical and pharmacokinetic properties. 2023. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37057922

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